Erfahrung mit Depression

Ich habe viele Jahre an einer Depression gelitten, die zwischen einer leichten und einer mittelschweren schwankte. Nun, ich denke, dass man selbst nicht feststellen kann, ob man an einer leichten oder etwas schwereren Depression leidet. Ich wurde damals von einem praktischen Arzt zu einem Psychotherapeuten geschickt, konnte mir aber eine Psychotherapie nicht leisten. Schon beim ersten Besuch hat mir der Psychotherapeut Psychopharmaka verschrieben. Ich weiß nicht mehr, wie das Zeug geheißen hat, aber ich kann mich gut erinnern, dass ich mich sehr wohl gefühlt habe nachdem ich ein Pillchen geschluckt habe. Ich habe damit nach dem dritten Tag aufgehört, weil ich mehr Angst hatte davon Abhängigkeit zu werden als vor den Symptomen der Depression.

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Endlich Frei - Schritte aus der Depression von Josef Giger-Bütler


Um die Niedergeschlagenheit zu dämpfen, habe ich viel gelesen und habe viel Zeit nichtsnutzig vor dem
Fernseher verbracht. Ich habe mit absoluter Hoffnungslosigkeit und unglaublicher Mutlosigkeit in die Zukunft geschaut. Da war keine Lebensfreude in mir. Mein Gesicht erschien wie mit offenen Augen eingeschlafen. Ich kann mich auch nicht erinnern, zwischendurch mal ein bisschen fröhlicher gewesen zu sein und die Fröhlichkeit anderer Menschen machte mich schier fertig. Meine finanziellen Nicht-Erfolge schürten meine Niedergeschlagenheit. Mutlosigkeit machte sich in mir und meiner Wohnung breit. Meine Wohnung war damals mein Hauptaufenthaltsort, was aus verständlichen Gründen meine Hoffnungslosigkeit weiter nährte. Inzwischen weiß ich, dass Bewegung sehr wichtig ist, um eine Depression zu besiegen. Aber nicht etwa seinen Körper wie einen schweren Sack durch die Gegend zu schleppen, sondern laufen, das heisst joggen. Wenn man mehrmals die Woche eine halbe bis zu einer Stunde laufen geht, gibt das einen Auftrieb. Bei einem depressiven Menschen ist die Körperchemie ins Ungleichgewicht geraten, was man mit regelmäßigem Laufen in Ordnung bringen kann.

Ich weiß nicht, was es war, dass der Weg zum Glück dann doch lockte. Ich las Bücher über Glückstraining, in der Hoffnung einen Weg, wieder glücklich zu werden, zu finden. So kam es von mal zu mal zu einer leichten Besserung, aber schnell machte sich wieder Niedergeschlagenheit breit.Ich hatte keine Ahnung, wie ich meine Depression besiegen könnte. Damals gab es kein Internet, dank dem man das Wort Depression in eine Suchmaschine tippt und Lösungsansätze und Hilfe findet, und wenn man sich niemandem anvertrauen will effektive Selbsthilfe-Möglichkeiten findet, mit deren Hilfe man  eine Depression überwinden kann. Ich habe mir Jogging-Schuhe gekauft. Anfangs bin ich mehr gegangen als gelaufen, denn es fehlte mir die Kondition länger zu laufen. Beim Laufen entwickeln sich Endorphine, die ein Glücksgefühl hervorrufen. Ich habe mich wohl gefühlt während ich gelaufen bin und noch einige Zeit danach. Ich meine, dass Depression eine schlechte Gewohnheit ist. Wenn man etwas oft wiederholt, wird es zur Gewohnheit und Gewohnheiten hält man fest und mit jedem mal wird diese Gewohnheit stärker. Wer eine Depression hat, hält daran fest. Wenn man regelmäßig ein Glücksempfinden erlebt und mit jedem mal dieses Glücksempfinden verlängert, desto eher gewöhnt man sich daran und überwindet damit die Depression. Ich habe es geschafft. Aber ich will Sie mit meiner Geschichte, dessen Inhalt Sie wahrscheinlich aus eigener Erfahrung kennen, nicht weiter langweilen. Ich habe Jahre meines Lebens mit Depressionen vertan.was Ihnen erspart bleibt, denn heute gibt es Hilfe, die sich jeder leisten kann.

Mein Tipp: Ich habe auch Johanniskrauttropfen genommen. Johanniskraut ist ein natürliches Antidepressiva und hilft unterstützend.
Leichte Depressionen sind leicht zu besiegen, jedoch müssen Sie dennoch etwas tun. Werden Sie nicht zum Spielball des Lebens, sondern nehmen Sie es selbst in die Hand.
Ein Buch als Selbsthilfe-Anleitung gegen Depression zu lesen, ist ein effektiver Weg aus der Depression und hin zum Glück. Eigentlich sollte man es „Deprression Besiegen – ein Glückstraining“ nennen, denn darauf geht es hinaus.  Seien Sie aber vorbereitet, der Weg zum Glück ist steinig und es wird rauf und runter gehen. Wer wieder glücklich sein möchte, sollte sich gleich auf den Weg machen.